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Als '''Jäger''' wird eine Person bezeichnet, die auf die Jagd geht, das heißt Wild aufsucht, ihm nachstellt, es fängt, erlegt und sich aneignet.

Begriff

Begriffsabgrenzung

Neben der allgemein gebräuchlichen Standardbezeichnung ''Jäger'' existieren verschiedene andere Bezeichnungen, wie der traditionell jägersprachliche Begriff ''Weidmann'' beziehungsweise ''Waidmann'', die scherzhaften Bezeichnungen ''Grünrock'' (in Bezug auf die Jägerschaft insgesamt auch: ''grüne Zunft'') und ''Nimrod'' sowie der umgangssprachlich veraltende Begriff ''Jägersmann''.

Wortherkunft und Schreibweise von ''weid'' bzw. ''waid''

Jagdliche Komposita mit ''weid'' (z.?B. Weidmann, Weidwerk, Weidgerechtigkeit) lassen sich auf die indogermanische Wurzel ''*uid'' mit der Bedeutung ?sich Nahrung verschaffen? zurückführen, die im Laufe der Sprachentwicklung zu althochdeutsch ''weida,'' später mittel- und neuhochdeutsch ''weid'' wurde,

Die neuere ''ai''-Schreibweise (z.?B. Waidmann, Waidwerk, Waidgerechtigkeit) verbreitete sich insbesondere durch ihre Verwendung im 1934 erlassenen Reichsjagdgesetz, wo die neue Schreibweise den mit der Einführung des Gesetzeswerkes verbundenen Neuanfang symbolisieren sollte, und genießt in Deutschland, insbesondere in offiziellen Verlautbarungen des Deutschen Jagdverbandes (DJV),<ref name=":3" /> auch heute eine gewisse Popularität.<ref name="Schwenk_Weidgerechtigkeit" />

Länderstatistiken

Tabelle

{| class="wikitable sortable zebra" style=text-align:right
|+Zahl der Jäger in verschiedenen Ländern Europas und Nordamerikas

Daten: Europa (Jagdjahr 2016/17),
|-
!Staat !! Jäger !! Einwohner
in Mio.
! Anteil der Jäger an der
Gesamtbevölkerung in %
! Verhältnis
Jäger/Einwohner
! Fläche in km²
! Jäger pro km² Landesfläche
|-
| style=text-align:left | || 350.000||4,2||8,33||1:12||70.273||8,33
|-
| style=text-align:left | || 2.482.678||34,7||7,15||1:14||9.984.670||0,25
|-
| style=text-align:left | || 308.000||5,2||5,92||1:17||338.448||0,91
|-
| style=text-align:left | || 45.000||0,8||5,63||1:18||5.896||7,63
|-
| style=text-align:left | || 190.000||4,7||4,04||1:25||385.207||0,49
|-
| style=text-align:left | || 15.000||0,4||3,75||1:27||316||47,47
|-
| style=text-align:left | || 11.453.000||323,1||3,54||1:28||9.826.675||1,17
|-
| style=text-align:left | || 290.000||9,0||3,22||1:31||447.435||0,65
|-
| style=text-align:left | || 165.000||5,5||3,00||1:33||42.921||3,84
|-
| style=text-align:left | || 980.000||40,5||2,42||1:41||505.970||1,94
|-
| style=text-align:left | || 235.000||10,7||2,20||1:46||131.957||1,78
|-
| style=text-align:left | || 230.000||10,7||2,15||1:47||92.212||2,49
|-
| style=text-align:left | || 1.331.000||64,1||2,08||1:48||543.965||2,45
|-
| style=text-align:left | || 2.800.000||143,2||1,96||1:51||17.125.200||0,16
|-
| style=text-align:left | || 110.000||7,7||1,43||1:70||110.994||0,99
|-
| style=text-align:left | || 118.000||8,3||1,42||1:70||83.879||1,41
|-
| style=text-align:left | || 800.000||61,1||1,31||1:76||242.495||3,30
|-
| style=text-align:left | || 750.000||58,1||1,29||1:77||301.338||2,49
|-
| style=text-align:left | || 16.600||1,3||1,28||1:78||45.339||0,37
|-
| style=text-align:left | || 55.000||4,5||1,22||1:82||56.594||0,97
|-
| style=text-align:left | || 22.000||2,0||1,10||1:91||20.273||1,09
|-
| style=text-align:left | || 25.000||2,3||1,09||1:92||64.589||0,39
|-
| style=text-align:left | || 110.000||10,2||1,08||1:93||78.866||1,39
|-
| style=text-align:left | || 55.000||5,4||1,02||1:98||49.034||1,12
|-
| style=text-align:left | || 32.000||3,6||0,89||1:113||65.300||0,49
|-
| style=text-align:left | || 55.000||9,9||0,56||1:180||93.036||0,59
|-
| style=text-align:left | || 351.000||82,5||0,43||1:235||357.578||0,98
|-
| style=text-align:left | || 2.000||0,5||0,40||1:250||2.586||0,77
|-
| style=text-align:left | || 30.000||7,6||0,39||1:253||41.285||0,73
|-
| style=text-align:left | || 106.000||38,5||0,28||1:363||312.696||0,34
|-
| style=text-align:left | || 60.000||22,2||0,27||1:370||238.391||0,25
|-
| style=text-align:left | || 23.000||10,4||0,22||1:452||30.688||0,75
|-
| style=text-align:left | || 28.170||16,7||0,17||1:593||41.543||0,68
|}
Anmerkung: In manchen Ländern braucht nicht jede Art der Jagdausübung bzw. jeder Jäger grundsätzlich eine staatlichen Lizenz oder die geltenden Regelungen werden ignoriert (Wilderei), daher handelt es bei den Datensätzen zur Zahl der Jäger teilweise um Hochrechnungen basierend auf repräsentativen Umfragen, so etwa im Fall von Kanada und der Vereinigten Staaten.

Diagramm

Truppengattung Jäger beim Militär

Im Kontext des Militärs steht Jäger bei deutschsprachigen Streitkräften, ebenso wie seine Entsprechungen in einigen anderen Sprachen, für eine ?mit der Büchse bewaffnete, vorwiegend zum Einsatz im zerstreuten Gefecht bestimmte Truppengattung der Infanterie?. Jäger als Truppengattung wurden erstmals 1631 in der Landgrafschaft Hessen-Kassel und später auch in anderen deutschen Armeen aus ausgebildeten Berufsjägern und Förstern aufgestellt. Die im jagdlichen und forstlichen Berufsleben bereits selbständig handelnden Jäger konnten im Rahmen einer Auftragstaktik selbstständig?und ohne direkten Kontakt zur Führung operieren. Rekruten, häufig aus entsprechenden Familien, wurden beruflich nach ihrer Dienstzeit meist mit Stellen im Forstwesen versorgt. Sie verfügten berufsbedingt über bessere Schießfertigkeiten und auch ausgeprägtere Fähigkeiten zur Orientierung und zur Ausnutzung des Geländes, was im ''Schützengefecht'' sowie im ''Vorposten- und Erkundungsdienst'' von Vorteil war.

Märchen und Geschichten

Wie wenige andere Berufsgruppen sind die Jäger in zahlreichen Märchen und Geschichten mystifiziert worden. In den nord- und mitteldeutschen Märchen und Geschichten treten sie vor allem als edle Gestalten auf. Oft sind sie es, die in Märchen am Ende die Wende zum Guten herbeiführen oder besiegeln (zum Beispiel die Rettung vor dem ?bösen Wolf?).

Auch in den Heimatfilmen der 1950er Jahre treten Jäger oft als edle Kavaliere auf und fungieren damit in gewisser Weise als Nachfolger der Rittergestalten aus mittelalterlichen Sagen und Geschichten. Dagegen werden die Jäger oder ?Jager? in süddeutschen, besonders bayerischen Volkserzählungen oft negativ dargestellt. Dies gilt vor allem für Lieder und Geschichten, die feudale oder absolutistische Verhältnisse widerspiegeln. Dort wird meist der Konflikt zwischen den ?Wildschützen? (Wilderern) als Identifikationsfiguren aus dem Volk und den Jägern als Gehilfen der Obrigkeit beschrieben. Der Wald gehörte im Empfinden des Volkes allen; das Wildern galt daher als legitim, wurde aber von den Landesherren, die die Jagd als herrscherliches Privileg für sich beanspruchten, streng verfolgt. Während die Wildschützen als tapfere und fürsorgliche Männer dargestellt werden, die ihre Jagdbeute mit den Armen teilen, werden die Jäger als feige, hinterlistig und grausam beschrieben. Besonders deutlich kommt das in dem bayerischen Lied vom Schützen Georg Jennerwein zum Ausdruck, aber auch der erzgebirgische Wilderer Karl Stülpner ist in ähnlicher Weise zur Legende geworden.

Andere Erzählungen berichten jedoch auch aus der anderen Sicht und schildern die Wilderer als kriminelle und gefährliche Gesetzesbrecher, die mit ihren Waffen Angst und Schrecken verbreiten und mit Räubern zu vergleichen sind, so beispielsweise die Geschichte vom Krambambuli der bekannten Autorin Marie von Ebner-Eschenbach.

Das Jägergewand ist auch eine häufige Verkleidung des Teufels, so etwa in Jeremias Gotthelfs Novelle ?Die schwarze Spinne?. Auch in vielen Versionen der Legende vom Rattenfänger von Hameln entführt dieser die Kinder im Jägerkleid.

Siehe auch

Literatur

  • Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: ''Knaurs Großes Jagdlexikon.'' Weltbild-Verlag, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-1579-5
  • u.?a. (Hrsg.): ''Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung.'' Band?7 (Ibn al-?auz? ? Kleines Volk). De Gruyter, Berlin und New York 1993, ISBN 3-11-013478-0, Sp. 394?411.

Weblinks

Einzelnachweise